Datenschutz im studiVZ

Dieser Beitrag beschäftigt sich mit der Bedeutung des Datenschutzes bei den Internetnutzern in einer sozialen Internetanwendung . Wie gehen Mitglieder in einem sozialen Netzwerk wie studiVZ mit ihren Daten um? Welche Formen des Datenschutzes nutzen sie? Bestehen Zusammenhänge zwischen dem individuellen Datenschutz und sozial-demografischen Faktoren (wie Alter, Bildungsstand, Einkommen usw.)? Der Beitrag wird zeigen, dass der Datenschutz zwar eine hohe Bedeutung für die Mitglieder in studiVZ hat, aber im täglichen Umgang mit dem sozialen Netzwerk kaum eine Rolle spielt. Außerdem zeigt der Beitrag, dass ein hoher Datenschutz kaum vom individuellen Bildungs- und Sozialniveau abhängt. Für einen hohen Datenschutz ist daher weniger in Medienkompetenz als in technische und politische Lösungen zu investieren.

Der Artikel erscheint im April in der Zeitschrift Datenschutz und Datensicherheit (DuD).

Verbraucherbefragung

In einer Befragung von VerbraucherInnen im Juli 2011 wurde nach der persönlichen Bedeutung des Datenschutzes gefragt. Eine große Mehrheit der VerbraucherInnen findet den Datenschutz wichtig bis sehr wichtig (94,4%). Eine hohe Bedeutung wird dem Datenschutz bei speziellen Online-Anwendungen zugemessen. Allerdings ist für die Befragten der Datenschutz bei sozialen Netzwerken und bei der Online-Nutzung weniger wichtig als beim Einkaufen im Internet. Nutzerinnen und Nutzern messen demnach vor allem bei konkreten Internet-Anwendungen dem Datenschutz eine hohe Bedeutung zu. Bei Anwendungen, die mit in der analogen Welt erlernten, ökonomischen Risiken (Online-Einkäufe) verbunden sind, gehen sie mit ihren Daten sensibler um als bei anderen Formen der Internetnutzung. Die Relevanz des Datenschutzes insbesondere bei sozialen Plattformen, wie Facebook oder StudiVZ, wird noch nicht bei allen NutzerInnen als sehr wichtig angesehen.

An der Online-Befragung nahmen 1.137 Personen teil.

Videos-Interviews zum E-Government

Die Studiengruppe E-Government hat nun ihre Projektarbeit veröffentlicht. Das Video ist mit freundlicher Zustimmung von Peter Schaar, Andreas Jürgens, Wolfgang Kaivers und Martin Grüner zustandegekommen.

Video Teil 1:

Video Teil 2:

Bücher zum Thema eGovernment

Electronic Government – Die elektronische Verwaltungsreform

Grundlagen – Entwicklungsstand – Perspektiven

Von Harald Mehlich

Harald Mehlich vermittelt einen umfassenden Überblick über das interdisziplinäre Themengebiet Electronic Government. Er zeigt anschaulich fachliche Schwerpunkte einzelner Vorhaben auf, identifiziert Umsetzungshemmnisse und analysiert Strategien zu deren Überwindung. Darüber hinaus werden Zukunftsperspektiven für fortgeschrittene Ansätze des Electronic Government entwickelt.

Unterteilt ist das Buch in die Kapitel:

  • Einleitung
  • eGovernment und New Public Management
  • Erklärungsansätze
  • Basistechnologien
  • Anwendungsebenen
  • Grundlagen fortgeschrittenen eGovernments
  • eGovernment-Schwerpunkte und Projektbeispiele
  • Weiterführende Perspektiven

 

Dabei bearbeitet das Buch vor allem technische und formelle Themen und ist besonders geeignet für die Recherche nach der praktischen Umsetzung von eGovernment in der deutschen Bürokratie.

 

E-Government und der moderne Staat

Von Booz Allen Hamilton

 

Das Buch ist ein hilfreiches Einführungswerk. Es umreißt alle Themen des E-Government anschaulich. Zum Anfang wird man in das Thema E-Government eingeführt und auf  Problembereiche hingewiesen.

Über den Vergleich von E-Government in 6 Ländern werden die Möglichkeiten der Umsetzung von E-Government aufgezeigt.

Anschließend werden die Anwendungsgebiete des E-Government für Bürger, Wirtschaft und Bürokratie erläutert und der Zusammenhang zur Demokratie gezogen.

Zum Schluss wird ein Blick auf die technische Seite und die Verwirklichungsoptionen geworfen.

Unterteilt ist das Buch in die Kapitel:

  • Das neue Umfeld
  • Grundidee und –konzept von E-Government
  • Hürden und Herausforderungen
  • Wege zu E-Government im internationalen Vergleich
  • G2C: Mehr Service für den Bürger
  • G2B: Der Staat als effizienter Partner
  • G2G: Die Überwindung von Verwaltungsgrenzen
  • E-Government als elektronische Demokratie
  • Informationstechnologie – Voraussetzung für E-Government
  • Realisierungsstrategien
  • Von der Idee zur Anwendung
  • E-Government – Quo vadis?

 

Interview: Peter Schaar

Das ist eine erster Auszug aus unserem Interview mit dem Bundesbeauftragten für Datenschutz. Hier gibt es Informationen zu Peter Schaar.

 

Wie ist Ihre Definition von E-Goverment?

E-Government ist die Verwendung elektronischer Mittel zur Ausführung von Regierungs- und Verwaltungsaufgaben und das bedeutet für den Datenschutz vor allen Dingen, das hier der Kontakt mit den Bürgern und Bürgerinnen abgewickelt wird. Das heißt das man bestimmte Dienstleistungen von der Verwaltung, zum Beispiel, wenn man sich ummeldet, wenn man sein Auto anmeldet oder wenn man eine Sozialleistung beantragt, dies eben nicht mehr dadurch tun kann, dass man zum Amt geht und dort ein Formular ausfüllt, sondern das man das elektronisch übers Internet machen kann.

 

Was können Sie uns zur E-Administration sagen?

Man muss sich natürlich wirklich überlegen welche Verwaltungsabläufe sollen mit E-Government abgedeckt werden. Und da gibt es eben diese verschiedenen Kommunikationsstrukturen von Verwaltungen untereinander. Es geht um die Frage, wie werden Daten abgelegt, wie findet man sie auch wieder; das ist ein ganz ganz wichtiges Thema. Wie findet man die richtigen Daten wieder, die relevanten Daten und wie sorgt man dafür, dass diese Daten da verfügbar sind, wo sie gebraucht werden. Das ist sicherlich ein zentrales Problem dabei. Und es ist immer datenschutzrechtlich sehr problematisch, wenn die Daten eben gegebenenfalls in die falschen Hände geraten.
Wie verbreitet ist E-Administration?
Ich denke mal, das ist diese Terminologie die da teilweise verwendet wird, vom Alltag abweichend, der Begriff E-Formular ist mir noch nie untergekommen. Trotzdem kann man natürlich darüber sprechen, wie beantrage ich eine Sozialleistung und da macht man genau das was mit E-Formular gemeint ist. Ich fülle ein Formular am Computerbildschirm aus und übersende dieses Formular einer Stelle, die diesen Antrag dann bearbeiten soll. Das ist die Vorstellung und dabei müssen natürlich viele Punkte, auch datenschutzrechtlicher Art, berücksichtigt werden. Das heißt erstmal muss gewährleistet sein, dass derjenige der einen entsprechenden Antrag stellt, auch identifiziert werden kann als antragsberechtigte Person, das da nicht ein anderer zum Beispiel eine Sozialleistung für mich beantragt und möglicherweise auf seinem Konto den Betrag dann auch gutgeschrieben bekommt. Das heißt, jetzt ist die Frage, wie identifiziere ich mich gegenüber der Technologie oder gegenüber dem Netzt oder auch gegenüber der jeweiligen Verwaltung, aber umgekehrt kommt es auch darauf an, das die Verwaltung sich gegenüber den Bürger/innen identifiziert. Denn es wäre natürlich ganz schlecht, wenn ich zum Beispiel eine Stilllegungsprämie für ein KFZ beantrage bei einer Website und in Wirklichkeit ist es nicht etwa die (Finanz-)Behörde, die diese Vergütung dann vornimmt, sondern es ist ein Dritter der die Daten dann abfängt und dann die Informationen umleitet und damit auch das Geld umleitet. Das heißt, das ist betrugsanfällig, da muss die Identität und die Authentizität der Kommunikationspartner gewährleistet sein und auf dem Weg muss natürlich auch der Datenschutz gewährleistet sein und wenn man da die Daten gegen unberechtigte Fremdaufnahme schützt, also indem die Daten verschlüsselt werden.

Relevante eGovernment Akteure

Initiative D21:

http://www.initiatived21.de/

Die Initiative D21 ist ein gemeinnütziger Verein mit Sitz in Berlin. Sie ist Deutschlands größte Partnerschaft von Politik und Wirtschaft für die Informationsgesellschaft. Annähernd 200 Mitglieds-unternehmen und -organisationen aller Branchen bringen gemeinsam mit den politischen Partnern von Bund und Ländern in diesem Netzwerk praxisnahe Non-Profit-Projekte voran – alle mit engem Bezug zu Informations- und Kommunikationstechnologien. Die Initiative D21 wurde 1999 mit der Aufgabe gegründet, die Digitale Spaltung in Deutschland zu verhindern. Sie finanziert sich vor allem durch Mitgliedsbeiträge und Spenden.

 

 

Chaos Computer Club:

http://ccc.de/

Der Chaos Computer Club ist die größte europäische Hackervereinigung und seit über 25 Jahren Vermittler im Spannungsfeld technischer und sozialer Entwicklungen. Die Aktivitäten des Clubs reichen von technischer Forschung und Erkundung am Rande des Technologieuniversums über Kampagnen, Veranstaltungen, Politikberatung und Publikationen bis zum Betrieb von Anonymisierungsdiensten und Kommunikationsmitteln. Der Club besteht aus einer Reihe dezentraler lokaler Vereine und Gruppen. Diese organisieren regelmäßige Veranstaltungen und Treffen in vielen Städten des deutschsprachigen Raums. Der CCC vermittelt seine Anliegen über vielfältige Publikationswege und sucht stets das Gespräch mit technisch und sozial Interessierten und Gleichgesinnten. Außerdem fordert und fördert er den Spaß am Gerät und lebt damit die Grundsätze der Hackerethik.

 

 

Die Beauftragte der Bundesregierung für Informationstechnik:

http://www.cio.bund.de/DE/Home/home_node.html

Die Funktion der/des Beauftragten der Bundesregierung für Informationstechnik hat das Kabinett durch den Beschluss „IT-Steuerung Bund“ vom 5. Dezember 2007 geschaffen. Die/Der Beauftragte ist zentraler Ansprechpartner für Länder und Wirtschaft bei der Zusammenarbeit mit der Bundesregierung in IT-Fragen. Seit dem 4. Februar 2010 ist Fr. Rogall-Grothe, Staatssekretärin im Bundesinnenministerium und Beauftragte der Bundesregierung für Informationstechnik.

 

 

Die BRD:

http://www.bund.de/DE/Home/homepage_node.html

Das Portal „bund.de – Verwaltung Online“ ist für Bürgerinnen und Bürger, Unternehmen und Verwaltungen der zentrale Zugang zu den elektronischen Informationsangeboten und Leistungen der Verwaltung im Internet.

Mit aktuell mehr als 8,2 Mio. Seitenaufrufen und mehr als 1,1 Mio. Besuchen pro Monat ist bund.de eines der meist genutzten Portale des Bundes.

Die Angebote der Internetseite gliedern sich in fünf große Bereiche:

* Stellenangebote der Bundes-, Landes- und Kommunalverwaltung
* Ausschreibungen der Bundes-, Landes- und Kommunalverwaltung
* Immobilien des Bundes
* Behörden und Institutionen des Bundes
* Leistungsangebote des Bundes

Interview mit einem Sachverständigen des Bereichs Electronic Communications Policy der EU

Das telefonische Interview wurde auf Englisch geführt. Im Interview wurde vor allem die Position der Europäischen Union zu den Grundrechten, im Besonderen dem Recht auf informelle Selbstbestimmung, hervorgehoben. Gesetze zu Netzneutralität wurden noch nicht verabschiedet, jedoch auf Initiative der Europäischen Kommission hin Konsultationen zum Thema Netzneutralität abgehalten.
Das telefonische Interview ohne visuelle Unterstützung erschwert die Auswertung der Informationen der Antworten der Interviewten im Vergleich zu einem Interview mit visueller Unterstützung. Die Interviewdurchführung in Englisch kann eine weitere Hürde darstellen.

Interview mit einem Sachverständigen eines deutschen ISPs

Das Interview beruhte auf einer Konferenzschaltung welche visuell unterstützt wurde. Der ISP setzt auf strenge Regeln der Gleichbehandlung von Daten im Bereich der ‚Festleitungen’, mobiles Internet scheint darin nicht enthalten zu sein. Dem Interesse des Unternehmens liegt allem Anschein nach das Motto „Der Kunde ist König“ zu Grunde.

Thesen zum Arbeitnehmerdatenschutz

  • Da einige unserer Interviewpartner die Verantwortung als Beauftragte für Mitarbeiterdaten neben ihrem eigentlichen Beruf ausüben, bleibt ihnen zu wenig zeit, um sich ausreichend mit diesem Thema beschäftigen zu können.

 

  • In Hinblick auf den Mitarbeiterdatenschutz werden in Betrieben oftmals nur die Mindestanforderungen an diesen Schutz erfüllt.

 

  • Ob es den „Gläsernen Mitarbeiter“ gibt, ist abhängig von den Einstellungen des Arbeitgebers und vom Umgang des Mitarbeiters mit seinen persönlichen Daten.
  • Neue technische Möglichkeiten erhöhen die Möglichkeit für den Arbeitgeber, persönliche Daten über Arbeitnehmer bekommen zu können.

 

  • Ohne ein eigenes Arbeitnehmerdatenschutzgesetz bleibt eine große Rechtsunsicherheit bestehen.



Willkommen

Hervorgehoben

Since 2014 Dr. Andreas D. Schulz is teacher of politics, history and german at various secondary schools in Hessen (Kassel) and North Rhine-Westfalia  (Paderborn). In 2017 he will work in the project „Smart Environments“ at the University of Kassel. Before 2014 he was train as a teacher for secondary education in Hessen. Between 2008 and 2011 he was member of the University of Kassel, FB 05, Institute for Political Science. Currently, he is visiting lecturer at the university of applied science for public administration in Kassel. Prior he had a Fellowship by the Municipality of Vienna. He was Research Associates with the Academic Unit for Nonprofit Management at the Vienna University of Economics and Business Administration (Austria) between 2006 and 2007. Research fields are political systems and welfare state, esp. social policy (health and labour policy, consumer data protection and internet policy), participation and lobbying, policy between state, market and civil society, associations and civil society organisations. In his PhD. about a big Welfare Organisation in Germany (Deutscher Caritasverband) he investigates the potentials of the organisation for the integration of long term unemployed people. Between 2007 and 2001 Schulz was Research Assistent with Prof. Adalbert Evers (Comparative Health and Social Policy) at the University Giessen (Germany) and between 2001 and 1997 Research Assistent with Prof. Dr. Alfons Schmid (Labour Economics, Social Science) at the University Frankfurt (Main). In 2010 he finished the first government-recognized exam in politics and history at the University Kassel and in 1996 his studies in Public Administration highlighting Labour Market Policy and Public Management with a diploma at the University Konstanz.