Zusammenfassung Kapitel 2 „Datenverarbeitung im Betrieb“ und Kapitel 6 „Datenerhebung gegenüber Arbeitnehmern, aus: Däubler, Wolfgang: Gläserne Belegschaft

– zunehmende „Computerisrierung“ des Betriebs seit Mitte der 1980er Jahre, z.B. elektronische Lohn- und Gehaltsabrechnungssysteme;

– zwei wesentliche Gründe dafür:

1. Arbeitgeber ist verpflichtet, zahlreiche Angaben über seine Beschäftigten zu erheben und an staatliche Verwaltungsorgane weiterzuleiten, z.B. Abführung der Lohnsteuer und Beiträge zur Sozialversicherung;

2. Rationalisierung des Personaleinsatzes: Arbeitskräfte sollen ihren Fähigkeiten und Kenntnissenentsprechend eingesetzt werden.

– offene vs. verdeckte Personalinformationssysteme

– verdeckte Betriebsdatenerfassung, z.B. Zugangskontrolle am Werktordurch codierte Ausweise mit Personalnummer, Fingerabdruck oder Kameraabgleich;

– Kontrolle Telefonverhalten: Speicherung der gewählten Nummer, Beginn und Ende des Gesprächs und anfallende Gebühren;

– Internetverhalten: wird über Firewall-Systeme erfasst;

– Arbeitgeber muss ein berechtigtes, billigenswertes und schutzwürdiges Interesse an der Beantwortung der Fragen haben, alles darüber verletzt das Persönlichkeitsrecht;

– Ein konkreter Zweck für die Datenerfassung muss von vorne herein bestehen;

– private Lebensverhältnisse müssen für den Arbeitgeber ohne Interesse bleiben, ebenso das Verhalten in Pausen und in der Kantine;

– Entgeldabrechnung: Angabe der Konfession für evtl. Kirchensteuer, Gewerkschaftszugehörigkeit ergibt sich, wenn der Arbeitgeber selbst die Beiträge für die Gewerkschaftsmitgliedschaft einzieht; Familienstand, Kinderzahl und Gehaltspfändungen müssen angegeben werden;

Arbeitszeit- und Verhalten:

– Arbeitgeber ist berechtigt, Dauer und Länge, sowie Abwesenheitsgründe zu erfassen, um die IST-Arbeitszeit feststellen zu können;

– eine Potentialanalyse ist nur mit Einwilligung des jeweiligen Arbeitnehmers durchführbar;