Erhebungsmethode der Projektgruppe „Arbeitnehmerdatenschutz“

Der Frage „Wie viele und zu welchem späteren Nutzen sammeln Unternehmen Daten ihrer Mitarbeiter, soll in erster Linie durch die Erhebungsmethode der Befragung nachgegangen werden.

Als Befragungstyp wurde zum einen die „persönlich-mündliche Befragung“ (face to face) ausgewählt, d.h. Persönliche Einzelgespräche zwischen Interviewer und Befragtem, sowie telefonische Befragungen.

Die Vorteile dieser Arten von Befragungen sind vor allem eine sehr hohe Rücklaufquote, da keine Fragebögen zurückgesendet werden müssen etc. Außerdem können Antworten des Befragten vom Interviewer genauer eingeschätzt werden, da es möglich ist, die Tonlage oder den Gesichtsausdruck des Befragten wahrzunehmen. Darüber hinaus können von beiden Seiten Rückfragen gestellt werden, bei eventuellen Verständnisschwierigkeiten, was zu einer genaueren Beantwortung der Fragen beiträgt.

Die Art der Fragestellungen soll eine Mischform, sowohl aus standardisierten Fragen, als auch aus unstandardisierten Fragen sein. Da der Interviewer persönlich anwesend ist, sind einige offene Fragen möglich, die dem Befragten mehr Raum für die Beantwortung der Fragen lassen sollen.

Bei der Befragung müssen einige wichtige Aspekte genau bedacht werden:Ein erfolgreiches Interview ist nur möglich, durch eine Kooperation des Befragten. Darum müssen die Fragen interessant formuliert sein und auf die Bedürfnisse des Befragten muss nach Möglichkeit eingegangen werden. Beim Interview muss eine „Norm der Aufrichtigkeit“ bestehen. Der Interviewer darf z.B. keine sarkastischen oder zynischen Bemerkungen über die Antworten des Befragten machen. Zwischen Interviewer und Befragten muss eine gemeinsame Sprache gefunden werden. Das bedeutet, dass Fragen und Antworten von beiden Seiten in gleicher Weise interpretiert werden müssen.

Weiterhin ist zu beachten, dass in Interviews bestimmte Fehlerquellen auftreten können. Der Befragte könnte z.B. die Antworten nach seiner sozialen Erwünschtheit liefern. Dies lässt sich mit Nachfragen des Interviewers oder durch das Stellen von Suggestivfragen gegebenenfalls reduzieren. Bei der Konstruktion des Fragebogens muss bedacht werden, dass die Fragen so gestellt und platziert werden, dass ein „Resonse-Set“, also systematische Antwortmuster nicht entstehen.

Für das Interview an sich muss bedacht werden, dass die Antworten unter Umständen durch Merkmale des Interviewers, z.B. der Kleidung, Sprache etc. beeinflusst werden können. Weiterhin werden Antworten durch die Interviewsituation beeinflusst. Dies gilt besonders für die Umgebung und Räumlichkeiten, in denen das Interview stattfindet. Daher ist eine neutrale Umgebung ratsam. Die Anwesenheit Dritter sollte ebenfalls vermieden werden, das sie auch zu einer Beeinflussung der Antworten beitragen.