Herkunft des Datenschutzes

3.1: Der Autor behandelt in diesem Abschnitt den Einfluss des Rechts auf den Datenschutz und unterscheidet in fünf verschiedene Phasen, die ursächlich für einen Wertewandel sind.

1.Phase: Datenschutz vor dem Datenschutz?
Einschneidend ist in dieser Phase das Mikrozensusurteil von 1969 (16.07) in dem ein Grundrecht auf Datenschutz und informationelle Selbstbestimmung anerkannt wird.

Phase 2 – Geburt der Datenschutzgesetze

In den 70ern traten die ersten Datenschutzgesetze in Kraft. Sie sahen in erster Linie nur einen Schutz gegen Missbrauch vor.  §1 Abs1 BDSG (1977): „Aufgabe des Datenschutzes ist es, durch den Schutz personenbezogener Daten vor Missbrauch … der Beeinträchtigung schutzwürdiger Belange der Betroffenen entgegenzuwirken.“

Phase 3: Volkszählungsurteil:

1983 stellte das Bundesverfassungsgericht fest, dass der Datenschutz in den Grundrechten verwurzelt ist. Das Urteil stellt deutlich klar, dass Datenschutz nicht nur dem Schutz der Privatsphäre gleichzusetzen ist, sondern dass Betroffene zugleich an Datenverarbeitungsprozessen mitwirken dürfen (informationelle Selbstbestimmung).

Dies heißt vor allem, dass der Einzelne über Preisgabe und Verwendung seiner persönlichen Daten selbst bestimmen soll. Außerdem gewährt ihm das Urteil bestimmte Mitwirkungsrechte. Eine Person hat demnach Anspruch auf Auskunft über seine erfasste Daten, sowie ein Recht auf Berichtigung, Löschung und Sperrung seiner Daten.

Phase 4:

Das deutsche Datenschutzrecht soll erweitert werden, da der öffentliche Bereich mit dem nichtöffentlichen Bereich verschwimmt. Weiterhin wird auf das Grundrecht auf Datenschutz verwiesen, das bereits in der Charta der EU zu finden ist.