Methode der Experteninterviews

Wir haben uns für die Methoden der Experteninterviews und der Dokumentenanalyse entschieden, da wir mit unserem Projekt eine qualitative Forschung betreiben möchten.

Vorteile von Experteninterviews:

  • Die Antworten sind qualitativ hochwertiger, da es sich um Experten handelt
  • Besonders durch das mögliche Nachfragen gibt es nur einen geringen
  • man erhält viele Informationen in kurzer Zeit
  • Missverständnisse können leichter geklärt werden
  • hohe Validität (Gültigkeit) durch Absicherung durch die Dokumentenanalyse

Hinweise zu Experteninterviews:

  • Es muss darauf geachtet werden, dass der Befragte durch Formulierungen, Art der Frage und Auftreten des Fragenden möglichst wenig bei seiner Antwort beeinflusst wird (Gefahr der sozialen Unerwünschtheit oder Suggestivfragen)
  • Die Fragen dürfen nicht zu offen gestellt sein, da dies die Befragten verunsichert und zu verfehlten Antworten führen kann
  • Die Fragen darf aber auch nicht zu dichotom gestellt werden, da dies ausschließlich Ja-Nein-Antworten erzeugt
  • Die Fragen müssen klar und einfach formuliert werden
  • Realitätsbezogene Fragen, keine hypothetischen
  • indirekte provokative Fragen können einen Rechtfertigungsdruck erzeugen, gefährden allerdings eine ehrliche Antwort
  • Der Befragte muss durch verschiedene Fragen gesteuert werden (Einleitungsfragen, Filterfragen, Hauptfragen, Nachfragen)
  • Ein klarer Leitfaden im Interview muss beachtet werden

Vorteile einer Online-Umfrage

• Online-Umfragen lassen sich wesentlich schneller realisieren als face-to-face Befragungen. Bei kleinen Stichproben (etwa bis 200 Fälle) sind Telefonumfragen und Online-Umfragen etwa gleich schnell. Bei großen Samples sind die Ergebnisse von Online-Umfragen dagegen meist schneller verfügbar.

• Online-Umfragen sind deutlich kostengünstiger (Ausnahme: Samples mit geringer Inzidenz in Online Panels) als face-to-face Befragungen und telefonische Befragungen.

• Die erhobenen Daten sind auf dem Server sofort verfügbar. In der Regel lassen sich jederzeit anschauliche Zwischenreports mit den wichtigsten Ergebnissen erzeugen.

• Der Interviewereinfluss und damit auch der soziale Einfluss auf die Beantwortung von Fragen entfällt.

• Die manuelle Erfassung von Papier-Fragebögen entfällt, Erfassungsfehler können nicht auftreten.

• Multimedia-Befragungen sind möglich: Es können Bilder und Filme gezeigt werden und es können z. B. Jingles abgespielt werden.

• Der Aufwand für die Internationalisierung von Fragebögen ist gering, der Teilnehmer kann selber seine Umfragesprache wählen

• Der Befragte entscheidet, wann er die Zeit für das Interview erübrigen kann.

• Spezielle Interessensgruppen oder auch geografisch verstreute Zielgruppen sind leicht ansprechbar, offline würde dies enormen Aufwand bedeuten.

• Der Fragebogen kann als Programm implementiert werden (technische Variante 2). Wenn man diese Variante wählt, ist ein logisch konsistenter Fragebogendurchlauf sichergestellt.

• Die Datenqualität von online erhobenen Daten ist meist hoch.

• Die standardisiert erhobenen Daten sind auch langfristig vergleichbar.

Besondere Aufmerksamkei gilt der Datenerhebung und der Fragebogenkonstruktion. Diese müssen fehlerfrei und wissenschaftlich korrekt durchgeführt werden.

Rough draft Vorgehensweise Methoden

Die methodische Vorgehensweise wird sich vorläufig auf die Dokumentenanalyse und Interviews beschränken.

Interview:

Warum: Aufwand ist im Vergleich zur Befragung geringer/ es ist ein Expertenwissen erforderlich

Besondere Aufmerksamkeit/Schwierigkeiten: Beeinflussung vor allem bei Auswahl da bewusste/subjektive Auswahl

Dokumentenanalyse:

Warum: geringerer Aufwand im Vergleich zu einer Datenerhebung /keine weitere Dokumentation nötig/Daten können nicht verfälscht werden

Besonder Aufmerksamkeit/Schwierigkeiten: Aktualität  kann geringer sein/die Dokumentenanalyse lässt Interpretationsspielraum/möglicherweise sind sie nicht vollständig

Öffentliche Anhörung von Sachverständigen im Ausschuss für Arbeit und Soziales

Quelle:

  • http://dipbt.bundestag.de/dip21/btd/16/133/1613364.pdf
  • Drucksache 16/13364

Die Anhörung fand in der 124. Sitzung am 11. Mai 2009 statt.

Stellungnahme Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB):

Die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände e. V. BDA begrüßt zwar insgesamt das Ziel, einen verbesser- ten, ausgewogeneren Datenschutz im Arbeitsverhältnis zu schaffen. Wegen der Kürze der verbleibenden Zeit in dieser Wahlperiode müssten ein solches Gesetz oder entsprechende gesetzliche Einzelregelungen allerdings im Hau-Ruck-Ver- fahren verabschiedet werden. Dies sei für die komplexe Ma- terie des Datenschutzes und des Arbeitnehmerdatenschutzes unangemessen. Insoweit könnten die vorliegenden Anträge der Oppositionsfraktionen allenfalls Anregungen für eine Diskussion in der nächsten Legislaturperiode geben. Zudem dürften nicht unter dem Deckmantel des Datenschutzes Kernbereiche des Arbeitsrechts geändert und etwa die be- triebliche Mitbestimmung ausgeweitet werden. Eine solche unzulässige Vermischung von Regelungsmaterien finde sich insbesondere im Antrag der Fraktion DIE LINKE. und in den beiden Anträgen der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN. Dort gehe es nicht um die Stärkung des individuellen Daten- schutzes des einzelnen Arbeitnehmers, sondern um eine Ausdehnung der Rechtsstellung des Betriebsrates. Der Da- tenschutz solle aber ein notwendiges Maß an Persönlich- keitsschutz im Betrieb sicherstellen und nicht dem Betriebs- rat ein Einfallstor für unzulässige Koppelungsgeschäfte öffnen.

Stellungnahme Bundesverband Deutscher Arbeitgeberverbände (BDA):

Die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände e. V. BDA begrüßt zwar insgesamt das Ziel, einen verbesser- ten, ausgewogeneren Datenschutz im Arbeitsverhältnis zu schaffen. Wegen der Kürze der verbleibenden Zeit in dieser Wahlperiode müssten ein solches Gesetz oder entsprechende gesetzliche Einzelregelungen allerdings im Hau-Ruck-Ver- fahren verabschiedet werden. Dies sei für die komplexe Ma- terie des Datenschutzes und des Arbeitnehmerdatenschutzes unangemessen. Insoweit könnten die vorliegenden Anträge der Oppositionsfraktionen allenfalls Anregungen für eine Diskussion in der nächsten Legislaturperiode geben. Zudem dürften nicht unter dem Deckmantel des Datenschutzes Kernbereiche des Arbeitsrechts geändert und etwa die be- triebliche Mitbestimmung ausgeweitet werden. Eine solche unzulässige Vermischung von Regelungsmaterien finde sich insbesondere im Antrag der Fraktion DIE LINKE. und in den beiden Anträgen der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN. Dort gehe es nicht um die Stärkung des individuellen Daten- schutzes des einzelnen Arbeitnehmers, sondern um eine Ausdehnung der Rechtsstellung des Betriebsrates. Der Da- tenschutz solle aber ein notwendiges Maß an Persönlich- keitsschutz im Betrieb sicherstellen und nicht dem Betriebs- rat ein Einfallstor für unzulässige Koppelungsgeschäfte öff- nen.

Problemstellung

Missbrauchen die Arbeitgeber die Daten ihrer Mitarbeiter? Das ist möglich, denn das Informationsdefizit von beiden Seiten lässt viele Möglichkeiten offen.  Der Arbeitnehmer ist nicht ausreichend vor dem Missbrauch seiner Daten geschützt, weil er nicht weiß, wie viele und für welchen Zweck seine Daten gesammelt und gespeichert werden. Auf der anderen Seite steht der Arbeitgeber, dem wir unterstellen, mehr Daten von Arbeitnehmern zu sammeln und zu speichern als nötig. Dadurch könnte er einerseits Daten weiterverkaufen oder sie andererseits nutzen, um die Arbeitnehmer unter Druck zu setzen, sie zu beeinflussen und zu kontrollieren.