Medienbildung für „digital natives“?!

Der Beitrag hinterfragt das Konzept der „digital natives“ und schlägt einen Ansatzpunkt zur Förderung der Medienkompetenzen bei Jugendlichen vor. Neben den informationstechnischen Grundlagen, die die Mediennutzung erst ermöglichen, müssen Kompetenzen zur Medienkritik bei Jugendlichen stärker gefördert werden. Dies umfasst die Bewertung von Informationen digitaler Angebote, der Schutz der eigenen Privatsphäre, die Nutzung des informationellen Selbstbestimmungsrechts und die Entwicklung eines ästhetischen Datenschutzes. Letzteres sollte im Umgang mit digitalen Medien (z.B. Informationsangeboten, Suchergebnissen, Sozialen Netzwerken und dem Internet der Dinge) zu einer intuitiven Einschätzung über den Nutzen und die Gefahren des eigenen Verhaltens mit den digitalen Angeboten führen. Hierfür sind aber schon in der Schule Analyse- und Bewertungskritierien zu entwickeln.

 

2017_Digital Natives (Schulz)

Digital Literacy in der Schulpraxis. Ein Unterrichtsversuch im Geschichtsunterricht

 

 

Die Förderung der digitalen Lese- und Schreibkompetenz (digital literacy) bei Schülerinnen und Schülern gewinnt mit der Integration digitaler Medien in den Unterricht zunehmend an Gewicht. Kinder und Jugendliche wachsen mit digitalen Medien auf und sozialisieren sich in Social Communities; sie sind sog. „digital natives“. Allerdings sind sie im Bildungsprozess wie auch im späteren Arbeitsprozess mit vielfältigen Aufgaben konfrontiert, die präzise Kenntnisse im Umgang mit den digitalen Medien verlangen. So werden Computerspiele, Facebook, Instagram, Pokémon im Bildungs- und Arbeitsalltag verdrängt durch E-Mails, Suchanfragen bzw. Internetrecherchen und die Analyse und Bewertung von Informationen aus dem Internet. Im Schulalltag verlangt dies von Kindern und Jugendlichen die Aneignung digitaler Kompetenzen. Eine dieser Herausforderungen liegen in dem Erwerb digitaler Lese- und Schreibkompetenzen. Die Recherche, Selektion und Bewertung von Informationen sowie die Restrukturierung dieser Informationen in eigenes Wissen sind verbunden mit nicht zu unterschätzenden kognitiven und kreativen Prozessen.

Der vorliegende Beitrag untersucht die Nutzung des Internets in einem Kurs einer gymnasialen Oberstufe im Geschichtsunterricht. Der Unterrichtsversuch zielte auf die Frage, Inwiefern Schülerinnen und Schüler sich im Rahmen einer begrenzten Recherche- und Analyseaufgabe neues Wissen aneignen können. Der Einsatz von digitalen Medien im Unterricht ist zunächst eine immer willkommene Abwechslung für die Schülerinnen und Schüler. Die Nutzung der Informationen, die sie im Internet finden, um spezifische Aufgaben zu lösen, stellt für die meisten allerdings eine größere Herausforderung dar. Zwar werden digitale Medien bislang noch zu selten im Unterricht genutzt (außer im Fach Informatik), und daher sind die Anforderungen noch zu unklar und die Schülerinnen und Schüler in der Anwendung ungeübt. Dennoch benötigt es einen stärkeren Fokus auf die Vermittlung digitaler Kompetenzen, insbesondere einer Förderung der digital literacy. Die Schwierigkeiten dieser Vermittlung werden in dieser Arbeit mit angesprochen. Vor allem die Heterogenität der digitalen Kompetenzen verlangt von den Lehrkräften eine stärkere Binnendifferenzierung im Unterricht als im analogen Unterrichtsrahmen.

2017_Medienpädagogik_Literacy (Schulz)

Neue Broschüre zum Datenschutz

Link

image Datenschutz

https://www.janalbrecht.eu/fileadmin/material/Dokumente/20170113-jpa-datenschutz_digital-web-03.pdf

Es geht u.a. um das EU-US-Privacy Shield und Datentransfers in Drittstaaten, ePrivacy: Datenschutz in der elektronischen Kommunikation, Big Data und das Internet der Dinge, das Bezahlen mit persönlichen Daten, die Frage ob Handelsabkommen eine Gefahr für den Datenschutz sind, die Verknüpfung von Datenbanken der Grenz- und Polizeibehörden, die Anti-Terror-Koordination in der EU und vieles mehr!

Ingo Bode: Die Infrastruktur des postindustriellen Wohlfahrtsstaats

Im Fokus der Publikation steht die soziale Daseinsvorsorge, aufgefasst „als Gesamtheit aller wohlfahrtsstaatlich regulierten Vorkehrungen und Organisationsprozesse zur Bewältigung sozialer Risiken“ (366) Mit der ‚Infrastruktur‘ des Wohlfahrtsstaats meint der Autor das gesamte Ensemble der Institutionen, welche wohlfahrtsstaatliche Leistungen erbringen. Analysiert werden aktuelle Entwicklungen ihrer organisatorischen Logik vor dem Hintergrund einer gesellschaftlichen Entwicklung, die als Übergang von einer hochindustriellen in eine postindustrielle Epoche interpretiert wird.

via socialnet Rezensionen: Ingo Bode: Die Infrastruktur des postindustriellen Wohlfahrtsstaats | socialnet.de.

Perspektiven der Medienbildung

Winfried Marotzki, Norbert Meder 2014

Perspektiven der Medienbildung

ISBN: 978-3-658-03528-0 (Print) 978-3-658-03529-7 (Online)
„Der Band führt die Diskussionen weiter, die mit dem Paradigma der Medienbildung verbunden sind. Die einzelnen Beiträge stellen sich den Herausforderungen einer Gesellschaft, die im hohen Maße medial konstituiert ist, in der die Macht der Medien immer weiter zu wachsen scheint und in alle Lebensbereiche der Menschen eindringt. In dieser Weise werden Privatheit, Öffentlichkeit, Leben und Arbeiten medial durchdrungen, wie es bisher noch nicht der Fall war. Medien bieten jedoch auch eine unendliche Vielfalt für den Menschen, sich (neu) zu orientieren. Der Band spürt einigen Facetten nach.“ (Amazon)